Das Lesen von Zauber- und Fantasiegeschichten

Das Lesen von Zauber- und Fantasiegeschichten

 

Frage (Nr. 115294):

 

Ich studiere gegenwärtig in England und habe durch meine Studien alhamdulillah kein Problem bei der Praktizierung meiner Religion, insbesondere beim Gebet. Ich weiß, dass es nicht erlaubt ist, Bücher über Magie und Fantasie zu lesen, auch da es eine Art der Zeitverschwendung darstellt. Wird man aber durch das Lesen aus dem Islam herausgebracht, da Magie Kufr ist?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Gegen das Lesen von Geschichten über Magie und Fantasiegeschichten gibt es einige Vorbehalte:

 

Erstens:

 

Sie verbreiten Handlungen des Sihr (Zauberkraft) und Kufr bis zu dem Ausmaß, dass diese in zivilisierten Gesellschaften als normal angesehen werden. Tatsächlich betrachten sie solche Dinge als notwendige und erlernbare Fähigkeiten eines Individuums und der Gesellschaft im Ganzen. Oftmals werden Magier als gute und ehrbare Männer beschrieben, die Gutes tun und Gutes unter den Menschen verbreiten, was der gefährlichste Aspekt der Angelegenheit ist, da das Schlechte als gut präsentiert wird und die Ablehnung im Herzen des Menschen abgebaut wird, sodass er die Magie und ihre Anhänger nicht mehr als abstoßend empfindet. Niemand denkt dann mehr über die Schwere dieser Sünde bei Allāh nach. Wie schlimm ist es erst, wenn sich solche Geschichten unter Kindern und Jugendlichen verbreiten!

 

Diese negativen Folgen haben westliche Erzieher erst in jüngster Vergangenheit dazu veranlasst, vor Zaubergeschichten zu warnen, und viele Schulen haben sie aus ihren Büchereien verbannt. In Großbritannien gab es Diskussionen darüber in parlamentarischen Debatten, nachdem entdeckt wurde, dass durch ihre Verbreitung unter den Menschen Probleme entstanden.

 

Zweitens:

 

In den meisten Fällen informieren solche Geschichten ihre Leser über die verschiedenen Arten der Magie und Zauberei und offenbaren ihnen die Geheimnisse der Magie, wodurch es für den Leser einfach wird, sie anzuwenden und sich ihnen hinzugeben. Das stellt eine große Gefahr dar, denn es kann dazu führen, dass der Leser versucht, das Gelesene tatsächlich umzusetzen. Es ist nicht nur eine Angelegenheit des bloßen Lesens zum Vergnügen, sondern es besteht die Befürchtung, dass einige dieser Geschichten ihre Leser so beeinflussen, dass diesen geschadet wird, weil sie Unglaubliches darin lesen.

 

Daher sollten die Muslime sich davor hüten, ihren Kindern solche Geschichten zu erlauben, und die Gesellschaft sollte die Verbreitung einer solchen Kultur unterbinden. Sie sollten sich stattdessen auf Dinge konzentrieren, die wichtig und nützlich sind, wie Wissenschaft, Kunst und Literatur.

 

In Fatāwa Nūr `ala al-Darb von Scheikh ibn Bāz (1/192) heißt es in einer Fragestellung: „Ich hoffe, dass ihr das Verbot der Verwendung und des Lesens von Büchern über Magie und Astrologie erklären könnte, denn es gibt viele solcher Bücher und einige meiner Freunde möchten sie kaufen. Sie sagen, dass nichts Falsches daran sei, solange die Bücher nicht für schädliche Zwecke eingesetzt werden.“

 

Die Antwort lautet: „Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allāh und Frieden und Segen seien auf dem Gesandten Allāhs und seiner Familie und den Gefährten sowie jenen, die ihnen aufrichtig folgen…

 

Was der Fragesteller sagt, ist korrekt. Die Muslime sollten sich vor Büchern über Magie und Astrologie hüten und wer solche Bücher findet, sollte sie zerstören, denn sie schaden den Muslimen und verführen sie zum Schirk. Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wer ein Gebiet der Astrologie erlernt, hat ein Gebiet der Magie erlernt… Und Allāh sagt in Seinem heiligen Buch über die zwei Engel (ungefähre Bedeutung): „… Und sie (beide) unterwiesen niemanden (in der Zauberei), ohne zu sagen: „Wir sind nur eine Versuchung; so werde (darum) nicht ungläubig.“ (2:102). Das zeigt, dass das Erlernen von Magie und deren Praktizierung Kufr darstellen. Deshalb muss der Muslim sich den Lehren der Magie und Astrologie entgegenstellen und sie zerstören, wo immer er sie vorfindet.

 

Das ist das Erforderliche und es ist weder dem nach Wissen Strebende noch irgendjemand anderem erlaubt, es zu lesen oder das darin Enthaltene zu lernen. Andere als die nach Wissen Strebenden haben kein Recht, darin zu lesen oder es zu erlernen oder es zu billigen, denn das führt zu Unglauben an Allāh. Man muss sie zerstören, wo auch immer sie sind. Dasselbe gilt für alle Bücher, die Magie und Astrologie lehren – sie müssen zerstört werden.“

 

Zusammengefasst: Das bloße Lesen solcher Geschichten stellt keinen Kufr dar, durch den man den Islam verlässt, solange man nicht das Ziel hat, die Magie und ihre Praktizierung zu erlernen. Man sollte aber vor dem Lesen von Büchern über Magie im Allgemeinen warnen und sich bemühen, sie zu zerstören, wenn das möglich ist, und sich davor hüten, sie zu lesen oder zu verteilen.

 

Siehe auch in der Antwort auf Frage #14011.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

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